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How To Play Like Slash
von Hansi Tietgen
Seine spielerischen Fähigkeiten stellte Slash auf zahlreichen Guns 'N' Roses-Produktionen unter Beweis. Aber auch Künstler wie Lenny Kravitz oder PoP-Ikone Michael Jackson veredelten ihre Produktionen mit der rauhen Gitarrenarbeit des sympathischen Hut-Fetischisten. Nach einer längeren Zwangspause tritt Slash jetzt den Beweis an, dass er absolut nichts verlernt hat. Ganz im Gegenteil ! Sein aktuelles Album Ain't Life Grand strotzt nur so vor coolen Riffs und Lix.
Und wirklich: Beim Durchhören des Aint't Life Grand-Albums wird man von interessanten Rock-Riffs geradezu bombardiert. Ein Riff ist besser als das andere. Slash beweist mit seinen Lix einmal mehr, dass er in der Lage ist, der Never Ending Story Rock n' Roll zu ewigem Leben zu verhelfen. Schauen wir uns eines dieser Sahnestückchen doch einmal etwas genauer an.
Jetzt Riff im Stil von Just Like Anything hören (285 KB):
TIPP: Falls dir das alles noch zu schnell ging, legen wir dir die pure Slo-Mo Version des Riffs ans Herz.
Jetzt Just Like Anything Slo Mo hören (322 KB)...
DIE ANALYSE: Das Riff läuft ursprünglich über einem G7-Akkord ab. Ein G5-Powerchord tut es aber auch! Als Eckpunkte seiner Linie dienen Slash die Töne der G mixolydischen Scale (siehe Abbildung ) Doch damit ist es nicht getan. Den besonderen Kick verleiht Mr.Hudson dem Riff, durch den geschickten Einsatz von chromatischen Tönen. Diese Aktion gibt der Linie diesen typischen Zug nach vorne, wie man ihn zum Beispiel auch von den Riffs eines Steve Morse her kennt
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Aber auch solotechnisch hat Slash einiges zu bieten. Seine halsbrecherischen Improvisationen basieren hierbei sehr häufig auf der Moll-Pentatonik und deren engster Verwandter, der Blues Scale.
In unserem aktuellen Beispiel kommt genau diese Vorliebe zum tragen. Slash beschränkt sich in dem gleich folgenden Solo-Exkurs, tatsächlich fast ausschließlich auf die Töne der C-Moll Pentatonic Scale. Hör' dir das Teil zunächst einmal an. Wir treffen uns danach wieder, um weitere Detail zu besprechen!
Jetzt C-Magic hören (325 KB)...
TIPP: Genau wie bei unserem ersten Beispiel, haben wir auch hier wieder eine unserer beliebten SloMo Versionen anzubieten:
Jetzt C-Magic Slo Mo hören...
DIE ANALYSE: Die ersten vier Takte des Solos gehören ausschließlich der Moll-Pentatonik. Neben einigen coolen Bending Lix, findest du hier einen typischen Slash Signature Pentatonic Lauf (ab der 4. des 2. Taktes) . Lerne den Lick am besten gleich auswendig, da er dir sehr anschaulich verdeutlichen kann, wie man die fünf Töne der Pentatonic Skala kreativ miteinander verbindet.
Falls du Probleme mit der Greifweise der C Moll Pentatonic haben solltest ist das kein Beinbruch! Wir liefern dir den Basis-Fingersatz, frei Haus:
Der blau eingefärbte Ton in unserem Skalenbild bedarf einer besonderen Erklärung, denn er gehört nicht zum Standard-Outfit der Pentatonic Scale. Bei unserem Bläuling handelt es sich um die große None (gr.9/ D)), einem Intervall, das in Verbindung mit der Moll Pentatonic eine sehr gute Figur macht.
ÜBRIGENS: Auch Gitarristen wie Santana oder Steve Lukather sind Spezialisten im Umgang mit diesem Ton.
In den Takten 5 und 6 unseres Beispiels zeigt Slash, dass auch er es versteht, die None in seinen Impros zum Einsatz zu bringen. Da dieser Teil des Solos recht schnell gespielt wird, lege ich dir noch einmal die Slo-Mo-Version des Tracks ans Herz.
Den Rest des Beispiels bestreitet Kollege Hudson mit der C Blues Scale. Diese Skala erhältst du, indem du die bereits bekannte Moll Pentatonic, mit der Blue Note (Gb) ergänzt.
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Im nächsten Beispiel legen wir noch einen drauf. Denn jetzt wird es klassisch. Oberflächlich zumindest ! Aber keine Angst! Unter der Oberfläche brodelt natürlich weiterhin der Rock n' Roll. Bedien' dich !
Jetzt Solo im Stil von Serial Killer hören (433 KB)...
DIE ANALYSE: In diesem Solo outet sich Slash als echter Experte in Sachen Arpeggio-Spiel.
Zur Klärung des Begriffes Arpeggio:
Unter diesem Begriff firmieren Lix, die ausschließlich aus Akkordtönen bestehen. Auch wenn du einen normalen Akkord in seine Einzeltöne zerlegt spielst, spricht der Fachmann von einem Arpeggio.
Zurück zum Stück:
Der Jam Track startet mit einem G#m-Akkord. Den Solo-Part bestreitet Slash ebenfalls mit einem Arpeggio dieses Kalibers. Den kompletten Fingersatz kannst du der folgenden Abbildung entnehmen:
Das war ja noch leicht zu verstehen. Über einem G#-Moll-Akkord spielt man also ein entsprechendes G#-Moll-Arpeggio.
Im Falle unseres zweiten Chords wird das Ganze leider etwas komplizierter. Über dem Bb7 verwendet Kollege Saul ein Bo7-Arpeggio (vermindert) . Keine Angst, auch hinter dieser Variante verbirgt sich kein großes Geheimnis; nur ein klitzekleiner Trick !
Zum besseren Verständniss schauen wir uns die beiden Akkorde/Arpeggien einmal unter dem Mikroskop an :
Wie du siehst, liefert uns das Bo7-Arpeggio viele der Töne, die auch im Bb7-Akkord enthalten sind. Einzig dass B(b9) fällt hier aus dem Rahmen. Und das ist auch gut so, denn dieses B'chen sorgt, im Zusammenklang mit dem Bb7-Akkord der Rhythmusgitarre, für die nötige Abwechslung. Doch das ist noch nicht alles. Das wirklich coole am Einsatz dieses Arpeggio-Typs ist, dass man mit ein und derselben Greifweise dieses Arps, das gesamte Griffbrett abdecken kann.
Obwohl wir das Arpeggio in unterschiedlichen Lagen zum Besten geben, besteht es immer aus den selben vier Tönen B, D, F und Ab. Und genau dieses Prinzip nutzt Bruder Slash, um sich im vierten Takt des Solos durch einige Lagen seiner Epiphone zu wühlen.
Genug des Arpeggio-Spiels! Kommen wir zum letzten Teil des Solos. Die Lix und Bendings über den beiden Akkorden C#m und G#m entstammen komplett der G#Moll-Tonleiter (aeolisch oder natürlich Moll). Besonders übenswert ist der heiße 16'tel-Triolen-Lauf am Ende des Laufs.
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